Die Traditionelle Chinesische Medizin in der Tierheilkunde

 

 

Antiken Aerzte

Drei wichtige Ärzte der Traditionellen Chinesischen Medizin

 

 

 

In den letzten Jahren hat die Nachfrage nach einer Behandlung mit Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) in den westlichen Ländern stark zugenommen.

Inzwischen wird die TCM in der Humanmedizin auch an deutschen Universitäten ergänzend zur Schulmedizin gelehrt, so an der Universität Freiburg und an der Universität Witten-Herdecke. In der Tiermedizin gibt es TCM - Fortbildungen für Veterinäre, in den Tierheilpraktiker -Schulen ist die Chinesische Medizin ein fester Bestandteil des Fächerkanons geworden.

 

 

Das Prinzip

 

Die chinesische Medizin versteht den Körper als ein zusammenhängendes System, in dem alle Organe und Organsysteme durch Energiebahnen, den so genannten Meridianen oder Leitbahnen, miteinander verbunden sind. Gesund ist ein Mensch oder ein Tier dann, wenn sich die Energien aller Leitbahnen in Harmonie befinden und der Energiefluß - das Qi, ungehindert und in einem harmonischen Rhythmus bewegt.

Der Ausgangspunkt für die Erzeugung von gesunder Meridian-Energie sind immer die Verdauungsorgane, allen voran der Magen und der Darm. Aus diesem Grund ist eine TCM-Behandlung, die nicht auf eine reine und saubere Energie aus dem Verdauungssystem aufbaut, keine Behandlung im Sinne der TCM, sondern eine westliche, „abgespeckte“ Version, eher ein Substrat der reinen Lehre. Dieses „TCM-Substrat“ ist reduziert, um mit unserem westlichen Weltbild kompatibel zu sein.
Wird auf diese vereinfachte Weise behandelt, beispielsweise ausschließlich mit Akupunktur, sind die Heilerfolge auch nicht so groß, wie sie sein könnten.

Ein wichtiger Grundgedanke der TCM ist die ganzheitliche Betrachtung. Das bedeutet: Für die Entstehung einer Krankheit ist die Ernährung von großer Bedeutung, des Weiteren innere und äußere pathogene Störfaktoren, sowie die Belastungen der Seele und des Geistes. Ebenso ist ein ausgeglichenes Verhältnis von Bewegung, dem Yang, und der Ruhe, dem Yin, von großer Bedeutung.

 

 

Die Indikationen der TCM

 

Vorzugsweise wird die TCM bei folgenden Krankheitsbildern in der Tiermedizin angewandt. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

 

  • Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems
  • Erkrankungen der Lunge
  • Krankheiten der Leber und der Niere
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
  • Urologische Erkrankungen
  • Erkrankungen des Nervenssystems
  • Psychische Auffälligkeiten
  • Hauterkrankungen
  • Erkrankungen der Augen
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Schmerzbehandlung
  • Autoimmunkrankheiten und Immunssystemschwäche
  • Krankheiten des Alters und die Prophylaxe von Alterserkrankungen

 

 

Die Methoden der TCM, nachfolgend drei Beispiele:

 

Neben der Akupunktur, der im Westen bekanntesten östlichen Therapie, beinhaltet die Traditionelle Chinesische Medizin u.a.

 

 

  • Die 5-Elemente-Ernährung
  • Die chinesische Phytotherapie. Das diagnostische Prinzip ist auch mit europäischen Heilpflanzen möglich)
  • Die manuelle Therapie (Beispiel: Tunia-Massage)
  • Die Qi-Gong-Bewegungstherapie.
  • Das Feng shui, die energetischen Wirkung von Häusern und Räumen. (Auch auf Pferdeställe anwendbar oder auf Räume, in denen Tiere sich längere Zeit aufhalten)

 

 

Die 5-Elemente-Ernährung

 

Das Konzept über die Wirkung von Nahrungsmitteln im Körper hat in China eine etwa 2000 Jahre alte Tradition. Schon immer wurde dort auf eine gesunde und genussvolle Nahung viel Wert gelegt. Die Nahrung entspannt und harmonisiert nach der Chinesischen Philosophie den Geist, den Körper und die Seele. Hierbei sollte man jedes Nahrungsmittel danach auswählen, ob es zur Konstitution, zur Jahreszeit und zu eventuell vorhandenen körperlichen Disharmonien passt.


Tiere, die häufig frieren, zum Beispiel ältere Tiere, sollten insbesonders im Winter, der Yin-Jahreszeit, energetisch warm gefüttert werden. Umgekehrt sollten diejenigen, die viel Hitze im Körper haben (auch durch pathologische Prozesse) eher mit kühlenden Nahrungsmittel ernährt werden. So wird jedes Nahrungsmittel auch nach seiner energetischen Wirkung beurteilt und verwendet. Dies kann eine Heilung sehr beschleunigen und vor allem jede medikamentöse Therapie wertvoll unterstützen.

 

 

Die Akupunktur

Die Bedeutung dieser faszinierenden Heilmethode hat in den letzten Jahren insbesonders in der Schmerztherapie und bei der Behandlung von chronischen Krankheiten stark zugenommen.

Die Entwicklung der Akupunktur begann vor mehr als 4000 Jahren in China, wahrscheinlich in der nördlichen Mongolei. In den ersten Anfängen sind Einflüsse der indianischen Kultur des nordamerikanischen Kontinents nachzuweisen. Die ersten Behandlungen werden in der Jungsteinzeit datiert. Damals wurden geschliffene Steine sowie Knochen - und Bambusnadeln benutzt, um Krankheiten an Körperpunkten zu heilen. Später entwickelte sich daraus die Therapie mit Nadeln aus Bronze, Silber und Gold.

Der Akupunkturbehandlung geht eine sorgfältige Befragung und Untersuchung voraus. Auf Grund einer speziellen Diagnose nach dem Chinesischen Medizinsystem werden dann sehr feine und sterile Einwegnadeln verwendet, deren Einstich ( in der Regel) schmerzfrei ist. Je nach Indikation werden etwa 5-10 Nadeln gesetzt in einer Behandlung. Sie verweilen in einer Zeit von drei Minuten bis 20 Minuten in der Haut.
Die Akupunktur-Behandlung ist für die meisten Menschen sowie für die meisten Tiere ein angenehmes  und entspannendes Erlebnis. Dies wird unterstützt durch Wärmelampen, Entspannungsmusik (auch bei Tieren) und einer ruhigen und harmonischen Atmosphäre bei der Behandlung. Entweder in der Praxis des Therpeuten oder noch besser, in der vertrauten Umgebung des Patienten. Dies ist bei Tieren ein besonders wichtiger Gesichtspunkt, der zum Erfolg der Behandlung wesentlich beiträgt.

 

 

Yintang

 

Bild: Der Akupunkturpunkt Yintang,

 

in den alten Texten der Chinesischen Medizin die „dekorierte Halle“ genannt.

Nach einer Konvention von 1991 auch Extrapunkt Ex-HN 3 genannt. Es handelt sich hier um Punkte, die außerhalb der bekannten 20 Leitbahnen (Meridiane) liegen.

 

Der Punkt Yintang wirkt hervorragend auf Krampfneigungen wie Epilepsie. Die Wirkung ist ebenfalls sehr groß bei Angstzuständen.

 

In Kombination mit den richtig ausgewählten Blütenessenzen (Blütenpunktur) ist somit die Akupunktur auch ein großer Gewinn für die Tierpsycholgie, in diesem Fall vor allem bei ängstlichen Tieren.

 

Yintang wird in Kombination von Akupunkturpunkt Blase 2 BL2) auch als das „vordere magisches Dreieck“ bezeichnet.

(Chinesischer Name von Blase 2 ist der „zusammengelegter Bambus“)

 

 

 

 

 

Die Chinesische Kräuterheilkunde

 

Die Chinesische Kräuterheilkunde spielt unter den Teilgebieten der Traditionellen Chinesischen Medizin seit über 2000 Jahren eine übergeordnete und herausragende Rolle. Von mehreren tausend Einzeldrogen aus Pflanzen, Mineralien und tierischen Extrakten werden etwa 400 in der täglichen medizinischen Praxis regelmäßig verwendet.


In China wird die Akupunktur fast ausschließlich gemeinsam mit der Ernährung und der Phytotherapie und der angewandt. Denn die 5-Elemente Ernährung gewährleistet nicht nur eine langfristige Stabilisierung der mit Akupunktur und Kräutern erzielten Effekte, sondern ermöglicht auch eine individuelle Feinabstimmung der Therapie. Dies ist von großer Bedeutung, weil häufig komplexe Syndrom - und Disharmoniemuster beim einzelnen Patienten vorhanden sind, die nicht ausschließlich mit Akupunktur stabilisiert werden können.

Die Chinesische Medizin stellt somit eine hochspezifische und am einzelnen Patienten ausgerichtete Therapieform dar, die nicht auf andere Patienten übertragen werden kann. Daraus erklären sich die vielen Heilerfolge.