Was versteht man unter Homöopathie?

 

 

1. Die klassische Homöopathie

Dr. Samuel Hahnemann

 

..“ ich glaube jetzt eifriger denn je an die Lehre des Arztes (Samuel Hahnemann) seitdem ich die Wirkung einer allerkleinsten Gabe so lebhaft gefühlt und immer wieder empfinde“

 

Johann-Wolfgang von Goethe in einem Brief vom 2.9.1820

 

 

Das Arzneimittelbild

 

Die klassische Homöopathie nach Samuel Hahnemann (1755-1843) orientiert sich zur Therapiefindung am so genannten Arzneimittelbild. Dieses besagt, dass sich Krankheitssymptome spiegelbildlich zu solchen Arzneisymptomen verhalten, die gesunde Probanden nach einer Einnahme einer Urtinktur oder Potenz entwickeln.

Ein Beispiel dazu: Man nimmt eine bestimmte Dosis Nux Vomica und Sie bekommen dann Symptome, die dem Arzneimittelbild von Nux Vomica entsprechen:, nervös, reizbar, Übelkeit, leichte Vergiftungserscheinungen, Sodbrennen. Nehmen Sie jetzt Nux Vomica in potenzierter Form zu sich, dann heilt Nux Vomica die gerade beschrieben Krankheitssymptome.

 

 

Die Simileregel
Das daraus abgeleitete Wirkprinzip ist die Similie-Regel:

 

Das bei einem Kranken auftretenden Krankheitsbild kann durch eine künstlich erzeugte, ähnliche Krankheit ausgelöscht werden, die bei einem Gesunden die Symptome des Arzneimittelbildes hervorruft.
Es kann auch nach einem Gleichheitsprinzip vorgegangen werden. Dies funktioniert dann ähnlich wie mit den Impfstoffen in der konventionellen Schulmedizin.

Die klassische Homöopathie arbeitet mit Einzelmittel, die jedoch nur zum Teil echte Einzelmittel sind. Die Einzelmittel sind meistens ein komplexes Gemisch vieler Inhaltsstoffe von Auszügen einzelner Pflanzen.

 

 

Das Repetitorium

 

Ein so genanntes Repetitorium das sind umfangreiche Bücher (oder CD`s) von Auflistungen einzelner Arzneimitteln und ihrer Wirkungen, erleichtert dem Homöopathen die Zuordnung zum jeweiligen individuellen Krankheitsbild seines Patienten.

 

 

2. Die Homöopathie mit Kombinationen verschiedener Arzneimittel

 

Beispiel: Antihomotoxische Medizin nach Dr. Reckeweg

 

Die Homotoxikologie wurde von Dr. Hans-Heinrich Reckeweg begründet. Er arbeitete als homöopathischer Arzt nach dem Ende seines Studiums ab 1932 in den ärmsten Stadtteilen Berlins.
Dort machte er Studien und Beobachtungen, die er nachher in seiner Homotoxinlehre wissenschaftlich untermauerte.
Zum besseren Verständnis dieser Lehre ein Zitat von Dr. Reckeweg:

 

 

Homotioxologie: Die Entgiftung des Körpers

 

„Nach der Homotoxinlehre sind alle jene Vorgänge, Zustandsbilder und Erscheinungen, die wir als Krankheit bezeichnen, der Ausdruck dessen, dass der Körper mit Giften kämpft und das er diese Gifte unschädlich machen und ausscheiden will. Entweder gewinnt der Körper oder er verliert den Kampf. Stets aber handelt es sich bei jenen Vorgängen, die wir als Krankheiten bezeichnen, um biologische, d.h. naturgerechte Zweckmäßigkeitsvorgänge, die der Giftabwehr und der Entgiftung dienen.“

Dr. Reckeweg war damals seiner Zeit weit voraus. Denn die Zahl der allergischen und chronischen Erkrankungen nimmt bei Mensch und Tier heutzutage rasant zu. Die Gründe liegen u.a. auch in einer Belastung des Organismus mit Schadstoffen. Diese Schadstoffe reichern sich in der bindegewebigen Matrix an, die wie „Füllmaterial“ zwischen den Zellen liegt. Die Antihomotoxische Therapie versucht nun, eine Heilung des belasteten Organismus über die Elimination der Schadstoffe zu erreichen.

Hilfreich für das Verständnis dieser Therapie, die sehr häufig aus der Unwissenheit über die Funktion der Matrix abwertend „Komplexmitteltherapie“ genannt wird, sind Kenntnisse über die Grundregulation nach Prof. Dr. Pischinger.
Siehe bei: 5-Elemente-Ernährung

 

 

Homotoxische Präparate:
Erfolgreich bei tumorösen Erkrankungen

 

Bekannt ist die erfolgreiche postoperative Nachbehandlung von Tumoren mit Kombinationsmedikamente der Homöopathie. Aber auch ohne Operation lohnt eine Tumortherapie mit diesen Arzneien im Verbund mit anderen Maßnahmen.

Mit den verschiedenen Zusammensetzungen der homöopathischen Arzneien wird in Bezug zu den objektiv sichtbaren Symptomen kausal gearbeitet. Das bedeutet: Ist eine Entzündung im Körper, wird ein Medikament gegeben, das diese Entzündung heilt. Es wird also nicht wie sonst in der Homöopathie üblich, auf die anderen, vor allem psychischen Symptome eingegangen. Die Medikamente sind überwiegend Substanzen niedriger bis mittlerer Potenzen.

Diagramm

Grafik: Erfolgreiche biologische Nachbehandlung nach Mammatumoroperation bei einer Hündin mit Kombinations-homöopathie.

 

 Quelle: Informationsbroschüre Heel

 

 

 

Wie wirkt Homöopathie?

Die Arndt-Schulz-Regel

 

Bei der Anwendung des homöopathischen Heilprinzips ergibt sich von selbst, das kräftige oder giftige Arzneitinkturen dem Patienten schaden und nur in einer homöopathischen Verdünnung verabreicht werden dürfen. Dass dies auf den kranken Körper eine heilende Wirkung hat, fanden Rudolf Arndt( Psychiater 1835-1900) und Hugo Schulz (Pharmakologe 1853-1932) heraus durch Versuche an differenzierende Arzneimittelwirkungen. Sie haben dann die berühmte Arndt-Schulz-Regel aufgestellt, die ihre Gültigkeit bis heute bewiesen hat:

 

  • Schwache Reize regen die Lebensfunktion an, zum Beispiel potenzierte Homöopathie.

  • Starke Reize wirkend hemmend auf die Lebenskraft, zum Beispiel Glutamat.

  • Stärkste Reize heben die Lebensfunktion auf, zum Beispiel Gifte

 

Damit haben die beiden Forscher einen erfolgreichen Versuch unternommen, die bis heute immer noch umstrittene Wirkung der Homöopathie zu erklären.


Ebenso bekannt sind Kombinations - Medikamente anderer Firmen wie zum Beispiel Pascoe oder Horvi. Auch hier steht der Entgiftungsgedanke und die Wiederherstellung der körpereigenen Homöostase im Vordergrund der Heilung.