Die Ajurvedamedizin für Tiere

 

 

Die ideale Ergänzung zur 5-Elemente-Ernährung

 

 

Neembaum Bluete

Um zu sehen, musst Du die Augen offen halten.
Um zu erkennen, musst Du sie schließen und denken.


(Ajurvedische Weisheit)

 

 

Ajurveda, das alte indische Wissen über das Leben ist das erste aufgezeichnete Medizinsystem der Weltgeschichte. Es hat bis heute Bestand und wird sowohl in Städten als auch in ländlichen Gebieten Indiens praktiziert. Mehr als 80% der indischen Bevölkerung nehmen die Ajurveda als Medizin in Anspruch und erzielen gute Ergebnisse in der Behandlung einfacher und schwer chronischer Leiden.


Die Diagnostik mit Hilfe aller Sinnesorgane des Arztes bzw. des Therapeuten ist die Grundlage der ajurvedischen Therapie.

Dazu zählen die Pulsdiagnose, der Tastsinn, der akustische Sinn, der Temperatursinn, der Geruchsinn, der Geschmacksinn.

Der Schärfung der Sinne wird ein großer Stellenwert bei der Ausbildung von Ajurveda Ärzten/Therapeuten gelegt. Nach einem überlieferten Text muss ein Ajurveda Arzt zehn Jahre an der Universität aus Büchern lernen, zehn Jahre von und in der Natur lernen, und zehn Jahre in der am Patient lernen - erst dann ist er ein guter Ajurveda-Arzt/Therapeut. Selbst wenn man diese Zeiten auf sechs Jahre reduziert, bleibt noch eine lange Ausbildungszeit.

Menschen und Tiere sind, wie in allen asiatischen Medizinsystemen, geprägt von den Elementen und deren energetischer Ausdrucksform.
Im Ajurveda gehen die Elemente in bestimmten Konstitutionstypen auf.

 

 

Die Konstitutionen

 

Generell werden im Ajurveda Konstitutionen unterschieden, die sich aus den Energien Vata, Pitta und Kapha individuell verschieden ausbilden.
Bei Störung des gesundheitlichen Gleichgewichtes wirken sie körperschädigend als Doshas, in etwa heißt dies übersetzt der „Verderber“.

Die Konstitutionen sind:

 

  • Vata  - Wind oder Baum, ist das Bewegungsprinzip

  • Pitta  - Galle oder Feuer mit wenig Wasser, zeigt sich als Stoffwechsel oder thermisches Prinzip.

  • Kapha  - Wasser und Erde bildet das Aufbau und Strukturprinzip. Die äußere Begrenzung, das Stoffliche.

 

 

Colly


So haben die kleineren Raubtiere wie Katzen und schnelle Jagdhunde viel Pitta, ein Reh ist der Ausdruck von Vata, der Elefant wird von Kapha dominiert.

 

Die Ajurvedische Gesundheitslehre überliefert uns viel Wissen über den Einfluss der Jahreszeiten auf Körper und Geist. Auch unsere Tiere sind beeinflusst von diesem Biorhythmus der Natur. Nehmen wir als Beispiel das Fell des Hundes, der Katze oder des Pferdes.

 

Mit der Temperaturabnahme gegen Herbstanfang beginnen sich die Tiere gegen Kälte und Feuchtigkeit zu schützen, bauen Kapha auf, was für uns u.a. in der Zunahme des Fellkleides deutlich sichtbar wird.

 

Mit zunehmender Wärme im Frühjahr leitet die Natur in Mensch und Tier auf natürliche Weise eine Entschlackung ein - der Fellabwurf beginnt und der „Winterspeck“ sollte weichen. Es ist wichtig, diese Tendenz in der Natur durch ein Nahrungsverhalten in Richtung „weniger und leichter“ zu unterstützen. Dies geht sehr gut mit der 5-Elemente Ernährung. Gesunde Tiere legen je nach Bedarf in dieser Zeit ganz von selbst Fastentage ein, um sich zu Reinigen.

 

 

 

„Moderne“ Fehlernährung und ihre Auswirkungen

 

Tiere, deren Leber und Immunsystem durch

 

  • Mehrfach-Impfungen

  • Entwurmungs-„Kuren“

  • Gebrauch von Anti-Zeckenmittel

  • Gebrauch von Antibiotika

  • Gebrauch von Hormonspritzen

  • Industriellem Fertigfutter

 

stark geschwächt wurde, verlieren ihre natürlichen Instinkte, speziell was das Nahrungsverhalten angeht. Sie werden zunehmend aggressiv oder auch depressiv - träge, melancholisch bis gleichgültig. Das schlechte industrielle Futter wird durch den geschwächten Stoffwechsel nicht wirklich verarbeitet, das Tier fühlt sich nicht mehr genährt und gesättigt. Es beginnt, alles in sich hineinzufressen: Kot, Steine, Abfälle.

Ganz besonders Zucker kann den Stoffwechsel bei Tieren regelrecht blockieren. So ist den meisten Fertigfuttersorten, vor allem den „Leckerlis,“ Zucker zugesetzt. Zucker fördert die schnelle Insulinausschüttung und verursacht bald danach wieder ein quälendes Hungergefühl. Deshalb „betteln“ Hunde und Katzen immer weiter nach „Leckerlis“, was die Tier-Halter falsch interpretieren und durch weitere Gaben noch forcieren.
Eine Übersäuerung und Verschlackung des tierischen Organismus ist dann die Folge. Daraus entstehen: Allergien, Hautkrankheiten, Adipositas, (Fettsucht) Rheuma, Darmkrebs.
Ist der Magen übersäuert, beginnt das Tier durch Fresen grober Gräser einen Brechreiz einzuleiten um somit den Magen zu klären.st es schon so weit gekommen, helfen Sie Ihrem Tier-Freund durch eine leichte Bauch- Massage sich zu erleichtern. Greifen Sie im Akutfall auf Medikamente zurück, stellen sie danach aber bitte die Nahrung auf natürliche Bestandteile um. Medikamente sind in den meisten Fällen keine Dauerlösung.

 

 

Ajurveda und Ernährung

 

Unsere Haustier-Freunde brauchen gemäß der ayurvedischen Ernährungslehre vor allem

  • ökologisch saubere, lebendige und frisch zubereitete Nahrung.

 

Futter in Büchsen oder auf 300 Grad erhitztes Trockenfutter ist tote Nahrung und birgt, wie schon erwähnt, die Gefahr von Magenüberlastung durch mangelnde Sättigung.

Wenn das Tier außerdem genügend Bewegung hat, seinen Stuhlgang nicht unterdrücken muss und ausreichend Freiheit und Lebensfreude erfährt, bleibt es gesund und hat in aller Regel auch keine Würmer.
Bitte füttern Sie deshalb natürliche Nahrung und immer zu den gleichen Tageszeiten. Kombinieren Sie Ajurveda mit der chinesischen Organuhr.

Was das Leben im Einklang mit den Naturgesetzen betrifft, können Tiere helfen, unseren Tagesablauf wieder in eine Harmonie zurückzubringen. Stattdessen erhebt sich viel zu oft der unwissende, von der Werbung irregeführte Mensch, zum Lehrmeister.

 

 

Ajurveda und das Wasser

 

Eine der wichtigsten Maßnahmen im Ajurveda Gesundheitsprogramm ist die Optimierung der Trinkwasserqualität.

Die ajurvedische Wasserzubereitung hat eine Vata-beruigende, ausleitende und entkrampfende Wirkung.
Dem Tier-Freund wird immer abgekochtes oder raumtemperiertes Wasser (30ml pro Kilogramm Körpergewicht) gereicht. Kurz abkochen (10-15 Minuten) und dann abfüllen in einen Glaskrug oder eine Glasflasche. Das Erhitzen hat den Sinn, dass alle Information aus dem Wasser genommen werden, es wird damit neutral und der Organismus wird nicht belastet, sondern er beginnt zu entschlacken. Es wird ihm somit keine Energie abverlangt, Informationen zu verarbeiten.
Siehe auch: Die Fünf- Elemente Ernährung

 

 

Der Ayurveda und das Neem

 

Der Neembaum,

  • indischer Flieder, botanisch Azadirachta indica

 

ist auch für Tiere von vielfältigem Nutzen. Neem hat eine desinfizierende, antiparasitäre und antibakterielle Wirkung und ist sehr effektiv bei der Behandlung von Lebererkrankungen.

Neem:

  • reinigt das Blut,

  • entgiftet,

  • hemmt Entzündungen, vor allem der Haut,

  • baut krankes Gewebe ab,

  • ajurvedisch ausgedrückt verringert es das Pitta-Dosha- kühlt und entsäuert.

 

 

Im Folgenden einige Empfehlungen, wie Sie die Ajurveda-Medizin für ihren Tier-Freund anwenden können:

 

  • Übergewicht und Entzündung
    Bei Problemen wie Fettleibigkeit  oder Entzündungen der Haut:

    Geben Sie ihrem Tier je nach Größe (Katze 1 Messerspitze Pulver, mittelgroßer Hund 1 Pille) 1-2 Wochen täglich einmal Neemextrakt oder Pulver.
    Versteckt in einem Träger (Wurst oder Käse) „neemt“ jedes Tier gerne.
    Bei Katzen auf die Pfote gestrichen, löst dies ein Putzimpuls aus.
    Auch möglich: Mit Ghee, einem Butterfett mischen.

  • Leberzellen-Schädigung

    Die Leberkur: Bei nicht übergewichtigen Tieren oder eher zarten:
    Neem Guduchi -Extrakt oder Pulver verwenden. Verabreichung wie bei Neem.

  • Allergiebehandlung

    Allergien: Hier ist  es notwendig, Ara aus dem Gewebe zu entfernen. Dies ist durch Bittermittel wie Neem oder Guduchi möglich. Neem sollte als Kur nicht länger als 3-4 Wochen eingesetzt  werden.

  • Unterstützende Parasitenbehandlung


    Bei Parasiten wie Milben, Zecken, Flöhen: Hier bietet der Ajurveda Neempflegeprodukte an, die ungiftig sind und die Leber und das Immunsystem nicht belasten. Die starken Bitterstoffe im Neem, verabreicht in Form von Fellspray, Shampoos und Liegeplatzspray, vertreiben Parasiten auf natürliche Weise. Das Abschlecken ist unbedenklich
    Unterstützen Sie die Außenmaßnahmen von Innen durch die Gabe von Neemextrakt bzw. Pulver 1x die Woche.
    Eine Ursache für die Wirkung sind die Bitterstoffe im Blut, sie haben eine antiparasitäre Wirkung.
    Sollte der Parasitenbefall sehr stark sein, unterstützen diese Präparate eine chemische Anti-Wurmbehandlung (die dann vorzuziehen ist) auf natürliche Weise.



  • Pfotenpflege
    Neemsalbe zur Pfotenpflege

    Der Aufenthalt in geheizten Räumen, das Laufen auf geteerten Radwegen und Straßen sind Risiken für die hoch empfindlichen Ballen der Hunde. Der Kontakt mit Streusalzen im Winter birgt die Gefahr, dass das Gewebe der Ballen angegriffen wird und austrocknet. Eine regelmäßige Pflege mit der Neemsalbe beugt dieser eventuellen Schädigung vor. Einmal die Woche auftragen wäre in den meisten Fällen ausreichend.

 

 

 

Weiterführende Literatur:

 

  • Grunert D: Therapie über die Sinne mit Ajurveda. In Comed 12/ 2004

  • Ranadae S: Ayurveda - Wesen und Methodik

  • Sena Srikanta: Das Ajurveda Lehrbuch

  • The Compendium of Ayurvedic Medicine Principiles and Practice

  • Indian medical Science series No.81 Sri Satguru Publications.